Auf zum Pico de la Nieve

Heute will ich einen weiteren Vulcan erklimmen. Er ist im nördlichen Teil der Insel und gehört zur Caldera de Taburiente. Sie ist das Herzstück La Palmas. Vor Millionen Jahren gebildet aus mehreren vulkanischen Gebirgszügen.

Caldera beschreibt einen Krater, dessen Kegel durch Einstürze bereits größtenteils zerstört wurde. Dieser hier hat gewaltige Ausmaße. Mit rund acht Kilometer Breite und bis zu 2000 Meter tief ist er einer der größten Erosionskessel der Welt. Der Hufeisenförmige Rand ist rund 28 Kilometer lang und komplett zu umwandern. Ein Eldorado.

Es geht los auf einer Piste die als Feuerwehrzufahrt dient.

Passend dazu muss es hier vor nicht allzu langer Zeit gebrannt haben. Die Stämme der Kiefern und die Erde sind schwarz. Es riecht auch noch nach Brand.

b verbrannteErde

Wie man sehen kann stecken die Canarischen Kiefern sowas gut weg. Sie tragen schon wieder Grün. Die mehrere Zentimeter dicke, aus vielen Schichten bestehende Rinde schützt die Stämme vor dem Feuer.

c Kiefernrinde

Stetiger Anstieg und bald ist die Baumgrenze erreicht. Im Schatten der Hänge gibt es sogar noch ein paar vereiste Schneeflecken.

e Baumgrenze

Es weht ein böiger kalter Wind und ich freue mich, meine zusätzliche Jacke dabei zu haben. Am Wegweiser sind es nur noch ein paar Meter bis zum Gipfel. Ich traue meinen Augen kaum und muss es anfassen. Das Schild ist vereist.

i Eisschild

Oben ein gigantisches Panorama, kaum in Worte zu fassen. Ich setze mich in eine windgeschützte Ecke, staune und genieße.

f Totale

Nur um eine Ahnung der Ausmaße zu bekommen: das kleine hellgrüne, sichelförmige Feld oben in der Bildmitte ist dies hier im Zoom. Da stehen Häuser am Hang !!

g Detail

Ich will mehr. Ein weiterer Gipfel muss her. So gehe ich den Grat entlang nach Norden. Es weht ein kräftiger und kalter Wind Hangaufwärts von Ost nach West. Es ist bereits Nachmittag. Die Sonne scheint und dennoch hängen an den Zweigen immer noch dicke Eiszapfen die in der Nacht durch Wolken und den eiskalten Wind entstanden sind.

l Eisblumen

Nach einer weiteren Stunde bin ich auf dem Pico Piedrallana in 2321 Meter Höhe. Von hier aus kann ich im Osten ganz weit unten Santa Cruz sehen

p SantaCruz

und im Westen durch den Barranco de las Angustias bis nach Tazacorte schauen. Einfach der Hammer, kann mich nicht satt sehen an dem Anblick. Das sind über 15 Kilometer Entfernung.

n Barranco delasAngustinas

Von hier aus geht es stetig bergab zurück und nach 1 ½ Stunden bin ich wieder am Auto. Zurück an Bord strecke ich meine nackten Füße in die Sonne, kühle meine Stirn und meine Kehle mit einer eiskalten Dose San Miguel.

  • Piedrallana
  • a-verbrannt
  • b-verbrannteErde

  • c-Kiefernrinde
  • d-Aufstieg
  • e-Baumgrenze